Kurztrip nach Kochi mit dem Schwiegerpapa

So, hier ist dann noch mal meine „Berichterstattung“ über unseren Kochi- Urlaub. Fotos dazu sind unter Jens‘ Bericht. Viel Spaß! 🙂

Wie einige es vielleicht mitbekommen haben, wurden wir Anfang Januar von Jans Papa Jens besucht. Er ist am 7. Januar hier angekommen und war bis zum 21.Januar bei uns. Wir hatten eine sehr schöne Zeit zusammen hier und haben viel unternommen. Die erste Woche seines Besuchs war ich leider nicht hier, da ich im Science Camp vom Institut aus war. Aber umso schöner war dann das Wiedersehen am 10.1., als ich zurückkam und wir erstmal meinen Geburtstag nachgefeiert haben ( ich hatte also dieses Jahr zwei Mal Geburtstag, einmal am 6.1 und einmal am 10.1, das war ziemlich toll).

Wir waren zusammen viel unterwegs, einkaufen, im botanischen Garten (den ihr ja auch schon kennt), in vielen Tempeln, bei Devi zuhause Essen und..und..und. Devi ist wie ein Reiseführer und hat, immer wenn uns die Ideen ausgingen, Vorschläge gemacht wo wir unbedingt noch hin mussten ( denn es war entweder „veeeeeery tasty“ oder „veeeeery beauuuutiful!“). Daher wurde uns nie langweilig und wir hatten ein volles Programm hier. Das Highlight des Besuchs war aber eindeutig unser Kurztrip nach Kochi (Cochin) im Bundesstaat Kerala.

Wir reisten vom 15.1 bis zum 18.1. dorthin, natürlich wieder mit IndiGo, die Fluggesellschaft mit der wir hier alle Inlandsflüge angetreten haben. Diese ist, am Rande bemerkt, auch gar nicht schlecht (tausendmal besser als Ryanair, trotz günstiger Preise).
Wir reisten etwas verspätet am Donnerstagnachmittag an, da unser Flug leider zwei Stunden Verspätung hatte. Daher unternahmen wir nichts großartiges mehr an diesem Tag sondern waren erst einmal geplättet von unserem luxuriösen Hotel! Sollte jemand von euch Mal nach Kochi reisen, geht ins „Le Meridien“. Dieses fünf Sterne Hotel ist wirklich sein Geld wert und es ist by the way nicht mal wirklich teuer im Vergleich zu gleichrangigen Hotels bei uns. Es war unglaublich schön eingerichtet, sah von innen wie von außen wirklich sehr ansprechend und nobel aus und wir hatten eine riesige Terrasse mit Ausblick auf einen netten Pool und einen großen Garten, auf der wir jeden Abend saßen. Den Pool haben Jens und ich ebenfalls jeden Abend benutzt und sind unsere Runden zusammen geschwommen und haben über die alte Schweizerin mit dem viel zu jungen indischen Liebhaber neben uns im Pool gelästert- bei denen sich aber später herausstellte, dass sie nur seine Schwiegermutter war und die beiden sicher auch dasselbe von uns hätten denken können. Jan war währenddessen immer im Fitnessraum, vorbildlich vorbildlich. Das Highlight unseres Hotels war aber das Abendessen. Es gab ein ca. 30Meter langes Buffet, das jeden Abend variierte und die leckersten Gerichte bot. Von indischen Gerichten über Spaghetti, Pizza bis hin zu superleckerem Steak war alles dabei. Vor allem die riesige Auswahl an Vorspeisen (vegetarisch und nicht vegetarisch) und Früchten war einfach nur atemberaubend. Ebenso wie die Desserts 🙂 Und wir freundeten uns mit dem Chefkoch der Desserts an und einer supersüßen Kellnerin. Der Chefkoch hat uns dann jeden Abend eigens für uns entworfene Desserts kreiert und zum Tisch gebracht und die Kellnerin hat uns jeden Abend unser Bier bereitgestellt, ohne dass wir etwas sagen mussten. Vom Frühstück muss ich gar nicht erst anfangen, dann wird der Beitrag wieder viel zu lang:D Aber nur soviel: Es gab KÄSE!

Am Freitag sind wir nach dem tollen Frühstück dann nach Fort Kochi, der eigentlichen Stadt, wo sich alles abspielt, gefahren. Unser Hotel lag ein wenig außerhalb in Ernakulam, aber wir konnten mit Taxi oder Rikscha in ca.30 Minuten nach Fort Kochi fahren, daher war es kein Problem. In Fort Kochi haben wir uns einen Rikscha Fahrer geschnappt und dieser hat eine Stadtrundfahrt mit uns gemacht, hat uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und auch andere nette Plätze gezeigt und war zudem auch sehr nett und lustig. Wir haben uns alte Basilikas, Tempel und das jüdische Viertel angesehen, in dem die älteste Synagoge Indiens steht ( angeblich auch der Welt, aber das sei mal so dahingestellt..). Danach waren wir noch am Stadtstrand, der aber leider ziemlich verdreckt und daher eher nicht zum Baden geeignet ist und sind dort an der Promenade entlanggegangen.
Abends fuhren wir zurück zum Hotel und gaben uns dem Pool und dem leckeren Essen hin.

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Gastbeitrag von Jans Papa – sein Besuch in Indien

Anfang Januar besuchte uns Jans Papa für zwei Wochen in Bangalore und er hat die Zeit, die er mit uns verbracht hat, in einem sehr schönen Bericht beschrieben. Aber lest selbst:

Winter: ich bin dann mal weg…

Bitte habt Nachsicht mit mir, dass ich unsere Erlebnisse in Indien nicht so abgeklärt wie die beiden Weltenbummler Rike und Jan darstelle. Vielmehr habe ich mich die 2 Wochen eher wie ein staunendes und manchmal auch nachdenkliches Kind erlebt.

 

Am Dienstag, 06.01 mache ich mich auf den Weg nach Indien. Endlich Rike und Jan wiedersehen und Einblicke in ein fernes Land bekommen, in dem wirklich fast alles anders ist.

Am Mittwochmorgen irgendwann zwischen 3 und 4 Uhr auf dem Bangalore-Airport gelandet und stundenlang die Einreiseprozedur zelebriert, entdeckte ich endlich Jan und seinen Fahrer Devi am Ausgang (ohne Ticket kein Eintritt). Rike ist ja leider mit dem Goethe-Institut unterwegs und wird erst am 10.01. zu uns stoßen.

Als die Tür auf geht, schlägt mir die geballte Hitze des Indischen Winters entgegen – Puh…

Schon die Fahrt in die City ist fremdartig und aufregend und obwohl vom Flug hundemüde, bin ich hellwach. Linksverkehr, Gehupe wie ich es noch nie erlebt habe , alle Arten von Gefährten, die man nicht unbedingt auf deutschen Straßen antrifft.

Bis zur Ankunft in Indira Nagar (der Stadtteil, in dem die beiden wohnen) ist klar: Das werden aufregende 2 Wochen…

 

07.01.15 – Die Wohnung

Wenn man bedenkt, was ich so nachts teilweise auf dem Weg vom Airport so gesehen habe, erscheint Rikes und Jans Wohnung schon eher einer kleinen Residenz zu ähneln. Marmorboden, 3 Badezimmer, Wohnbereich auf einer Empore – nicht schlecht. Mit der Zeit relativiert sich das dann etwas; ein Bad nicht nutzbar, Leitungswasser höchstens für Klospülung und zum Duschen nutzbar, Zähneputzen damit bedenklich etc. Aber nach kurzer Zeit rückt so etwas, was einem in Deutschland sofort zum Anwalt zwecks Mitminderung getrieben hätte, weit in den Hintergrund und wird unwichtig.

Indien ist eben anders…

 

07.01.15 – zum ersten Mal durch Bangalore

Nachdem ein Teil des Schlafdefizites aufgeholt ist (ohne Decke – zu warm) nehmen Jan und ich eine erste Erkundung dieser Indischen „Kleinstadt“ vor.
(man spricht von 13 bis 20 Millionen Einwohnern. Genau weiß das niemand; Einwohnermeldeamt? Fremdwort!) Die Einwohnerzahl soll nach dem Wasserverbrauch hochgerechnet sein. Wenn man bedenkt, dass viele kein fließend Wasser haben…

Indien ist eben anders.

 

Auch die Straßennamen sind anders. Die beiden wohnen z.B. in der 2nd Main Road.
Als Adresse ziemlich ungenau – es gibt deren bestimmt einige Dutzend. Davor die 1st Main Road, dahinter die 3rd Main Road.
Irgendwie logisch, oder?

Die wohl meist befahrene Straße in der Nähe ist die 100ft Road. Ich habe nicht ausgemessen, ob die Breitenangabe stimmt 🙂

 

Da ich mir einige Hemden maßschneidern lassen will, folgen wir dieser 100ft Road ein ganzes Stück zu Fuß. Ein Gewitter von neuen Eindrücken! Als „weißer Riese“ wird man schon angeschaut, manchmal offen angegafft. Inder scheinen keine Distanz zu kennen.

Absätze zwischen Gehsteig und Straße so ab 30 cm (wünsche mir grad Bergschuhe). Gelochte Betonplatten auf oder über die als Trampelpfad getarnten Gehsteige? Darunter sind die Abwasserkanäle. Den Blick als Fußgänger immer nach unten halten – manchmal fehlt ne Platte.

Zebrastreifen über die Straße? Nix für Fußgänger! Sind wohl eher tatsächlich platt gefahrene Zebras. Um die Straße als Fußgänger zu überqueren reicht kein Mut; man braucht schon Tollkühnheit 🙂
Indien ist eben anders. 🙂

Aber nach so zwei Tagen denkt man nicht mehr darüber nach – man tut es einfach.

 

Wir waren dann bei „Raymonds“. Habe 6 Hemden bestellt, die später auch rechtzeitig fertig werden, eine überragende Stoff- und Fertigungsqualität aufweisen und für deutsche Verhältnisse spottbillig sind.

Danach fahren wir in einer Motor-Rikscha zum Essen (später folgt hier ein Video…).

Ich denke, ich sollte noch einen Beitrag über den Verkehr bringen…

Hier gilt ganz besonders: Indien ist eben anders. 🙂

 

Ich glaube, das Restaurant heißt „Toit“. Hier gibt es einen ersten Eindruck davon, was mich essensmäßig hier noch erwartet.

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Kurzes Update – zurück in der Heimat

Wir bekennen uns schuldig: leider haben wir viel zu lange keinen Eintrag mehr geschrieben. Dies lag vor allem an mangelnder Zeit. Aber keine Sorge, auch wenn wir jetzt schon wieder zurück in Deutschland sind, werden weitere Beiträge über die vielen Erlebnisse in Indien noch folgen!

Aber erstmal ein kurzes Update: gestern sind wir wohlbehalten in Deutschland angekommen. Die Kälte hat uns ein wenig geschockt, aber gleichzeitig haben wir auch die unglaubliche Frische der Luft bemerkt, die man wahrscheinlich nur so deutlich bemerkt, wenn man 5 Monate in schlechter und schmutziger Luft gelebt hat. Endlich wieder durchatmen!
Der Flug war relativ entspannt, ein bisschen geruckelt hat es zwar schon, aber selbst ich war ziemlich relaxed. Ich glaube durch das viele Reisen die letzte Monate, habe ich meine Flugangst weitestgehend überwunden :). Wir konnten ein bisschen schlafen, ich habe 3 Filme angefangen zu sehen und kann von keinem sagen, was passiert ist!
In Frankfurt angekommen mussten wir uns ziemlich beeilen, da wir nur 15 Minuten bis zum Boarding für den Flug nach Hamburg hatten. Aber es hat alles geklappt.
In Hamburg haben wir uns in den Mietwagen gesetzt und sind losgedüst Richtung Ahlefeld zu Mama. Wir haben uns beide extrem über die sauberen und heilen Straßen gefreut und einen Zwischenstopp bei einem Bäcker eingelegt, damit ich endlich in mein heiß ersehntes Käsebrötchen beißen konnte. Jan hat dann eine Bockwurst genossen!
Wir freuen uns beide sehr, wieder hier zu sein, nur an die Temperaturen müssen wir uns noch gewöhnen. Aber das wird schon!:)

Die nächsten Einträge werden dann noch für Indien folgen. Also vergesst unsere Seite nicht;)

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Weihnachten und Silvester in Goa – oder auch im Paradies

Ich weiß, es ist viel zu lange her, dass wir etwas geschrieben haben. Aber wir hatten nach dem Neujahr so viel Arbeit und danach direkt Besuch von Jans Papa, sodass wir nicht dazu gekommen sind, unseren Goa Urlaub hochzuladen. Aber jetzt!

Es war wirklich traumhaft: Goa ist unglaublich grün, teilweise kommt man sich wie im Dschungel vor. Und sehr viel RUHE. Eigentlich ist es genau das Gegenteil von Bangalore. Es ist ruhig, man hört kaum hupen, es herrscht relativ wenig Verkehr ( Jan und ich haben uns ein Bike, also einen Motorroller gemietet und sind damit überall hingefahren – und hatten keine Angst!), es ist sauber und das Klima ist anders. Während in Bangalore die Sonne oftmals nicht durchkommt, da entweder Wolken oder der Smog es verhindern und es dadurch relativ „mild“ hier ist, war es in Goa ziemlich heiss. Die Sonne brennt und man kann eigentlich nicht vor 14 Uhr raus (zumindest an den Strand) gehen.

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Bannerghatta National Park – Safari inklusive Löwenangriff

Hier sind ein paar Impressionen von unserer Safari, die wir letzten Samstag im Bannerghatta National Park gemacht haben. Dieser Nationalpark ist ca. eine Stunde von unserer Wohnung entfernt und gehört noch zu Bangalore.
Die Safari hat Spaß gemacht und es war toll, Löwen und vor allem weiße Tiger mal von so nah dran zu sehen. Einen Elefanten haben wir auch gesehen, leider jedoch nur aus großer Entfernung. Doch der weiße Tiger war am eindrucksvollsten, ein sehr großes und schönes Tier. Trotzdem hatten wir alle großen Respekt vor den Tieren, vor allem nachdem uns zwei aggressive Löwen angriffen (glücklicherweise saßen wir geschützt im Jeep, sonst wäre das Ganze wohl anders ausgegangen). Sogar der Fahrer unseres Jeeps meinte “ that was a bit dangerous“, und wenn ER das schon sagt, soll das was heißen. Ich glaube wir hatten Glück, dass es nicht 6 oder mehr Löwen waren, die gegen unseren Jeep gesprungen sind, wer weiß, ob der dann stehen geblieben wäre!
Nach der Safari waren wir in einem Schmetterlingshaus, was auch wirklich schön war. Sehr beruhigend, da es schön ruhig war und man kann eine Angst mehr vor wilden Tieren haben musste :). Überall schöne Pflanzen und tausende von Schmetterlingen, die um uns herumschwirrten. Indiens Natur hat auf jeden Fall sehr viele schöne Pflanzen und eindrucksvolle Tiere zu bieten 🙂

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Vorweihnachtszeit in Indien

Zum Thema Weihnachten gibt es hier eigentlich nicht viel zu sagen. Obwohl hier auch einige Christen leben, gibt es so gut wie keine weihnachtliche Dekoration oder irgendwelche Hinweise darauf, dass Weihnachten vor der Tür steht. Das Weihnachtsfeeling bei uns ist daher sehr gering dieses Jahr. Dennoch hatte ich am Sonntag meine Weihnachtsfeier im Institut und da ich diese weitestgehend mit organisiert habe, musste ich auch Dekoration einkaufen und das Institut schmücken. Es gibt hier also tatsächlich kleine Läden, in denen man Weihnachtsdeko kaufen kann. Die Deko hier ist aber tausendmal kitschiger als in Deutschland und daher nicht wirklich schön! Ich habe hier ein paar Eindrücke für euch, vom Deko-Laden, von unserem „wunderschönen“ Weihnachtsbaum aus Plastik im Institut (immerhin versuchen sie es hier, ein wenig Weihnachtsstimmung zu verbreiten) und ein paar Bilder von unserer Weihnachtsfeier. Die Feier war wirklich schön, viele Schüler und Lehrer haben Lieder vorgesungen, Tänze vor- oder Sketche aufgeführt. Auch ich war am Programm beteiligt und habe allen erklärt, was ein Adventskalender ist, da die meisten Leute hier damit nichts anfangen können. Danach habe ich zusammen mit ein paar Schülern deutsche Weihnachtsgedichte vorgelesen, was auch ganz nett war. Papa, ich hätte sehr gerne das Gedicht von Loriot aufgesagt, aber ich glaube nicht jeder hätte  es verstanden 😉
Anschließend gab es ein leckeres Buffet ( bei dem ich Lebkuchen und Plätzchen aus Deutschland gestiftet habe, die waren auch in 5 Minuten aufgegessen!) und ein bisschen DJ Musik und „Disko“ bis halb elf. Alles in allem war es eine Runde Sache. Hier ein paar weihnachtliche Eindrücke:

 

Weihnachtsladen
Weihnachtsfeier & Deko

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Bollywood Dance Performance

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Michael Jackson bei der Weihnachtsfeier :D
Michael Jackson bei der Weihnachtsfeier 😀

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unser Baum im Institut
unser Baum im Institut
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Weihnachtsladen

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Savanadurga- dangerous life

Nachdem wir eine Woche außerhalb von Indien waren – ich in Deutschland und Jan in England und Tschechien – haben wir uns schnell wieder hier eingelebt und sind trotz der schönen Zeit mit den Freunden & der Familie ganz froh, dass wir es hier schön warm haben und nicht frieren müssen. Dennoch war es eine ganz tolle Woche mit euch, ich habe es sehr genossen euch wiederzusehen und die Zeit mit euch zu verbringen!:)

Am ersten Wochenende wieder in Indien hatten wir einiges vor: Am Freitag waren wir mit ACO unterwegs – Teambuilding ( ja, Rike gehört auch zum Team 😛 ) in einem netten Resort im Grünen. Dort konnte man sich mit allerlei Sportarten wie Beachvolleyball, Tennis, Bogen schießen, Schwimmen oder Tischtennis die Zeit vertreiben. Zwischendurch gab es auch leckeres indisches Essen vom Buffet und Jans Team hat auch für flüssiges Vergnügen gesorgt. So waren wir alle gut versorgt und haben den Tag zusammen genossen, es gab sogar eine kleine Wasserrutschen-Landschaft, die alle wieder zu Kindern hat werden lassen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, auch baden und rutschen zu gehen, aber natürlich nicht im Bikini, wie ich es gerne getan hätte bei der Hitze, sondern in langer Hose und langem T-Shirt. Ich war darin nicht mal exotisch, denn fast alle Mädchen/Frauen sind in normalen langen Klamotten ins Wasser gesprungen, während die Männer mit knappen Badehosen herumliefen. Naja, bald geht es nach Goa und dann kann ich hoffentlich auch endlich mal dem Wetter entsprechend baden gehen;). Wir verbrachten den ganzen Tag im Resort und waren dann erst abends gegen 20 Uhr zuhause.

Am Samstag ging es gleich wieder früh weiter, Bergsteigen war angesagt. Doch zuerst machten wir einen kurzen Stopp bei dem „Big Banyan Tree“, dem viertältesten Baum Indiens, der wirklich sehr beeindruckend war. Dieser Baum hat aus seinen langen Ästen,die bis zum Boden reichen, neue Wurzeln gebildet, die den Ur-Stamm letztlich stützen. Ein wirklich sehr beeindruckender Anblick und ich habe noch nie zuvor so einen Baum gesehen. Ein paar Affen gab es dort natürlich auch wieder zu sehen ( mittlerweile bin ich aber nicht mehr wirklich beeindruckt von Affen, da muss schon was exotischeres kommen). Anschließend fuhren wir weiter zum Savanadurga Berg- das Titelbild von der Blogseite hier oben zeigt diesen Berg, denn Jan war vorher schon ein mal da.  Wir waren im ersten Moment alle etwas geschockt, denn es war kein Berg wie man ihn sich in Deutschland so vorstellt – mit schönen Wanderwegen und einer netten kleinen Hütte mit Restaurant oben auf der Bergspitze – nein, es war ein riesiger Felsen auf dem es keine Wege gab und wir einfach schräg hochklettern mussten! Dementsprechend anstrengend wie auch gefährlich war der Aufstieg auf den 398 Meter hohen Berg, aber die Aussicht hat die Anstrengung dann wieder entschädigt. Insgesamt haben wir 3,5 Stunden zum Rauf- und wieder Herunterkommen gebraucht (30 Min. davon waren eine Pause oben auf dem Berg) und natürlich musste ich auf den letzten Metern unten, wo es wirklich nicht mehr gefährlich war, ausrutschen und umknicken! Glücklicherweise ist nicht viel passiert, mein Knöchel ist ein bisschen dick und blau geworden, aber ich kann ganz normal laufen. Glück im Unglück würde ich sagen.
Hier ein paar Impressionen von diesem anstrengenden, aber schönen Tag:

Der Big Banyan Tree.. ein Baum mit vielen Ästen, die ihn stützen
Der Big Banyan Tree.. ein Baum mit vielen Ästen, die ihn stützen

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Das ist der Berg aus der weiten Ferne..
Das ist der Berg aus der weiten Ferne..
und das von nahe dran, quasi direkt davor
und hier von nah dran, quasi direkt davor

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die Aussicht von ganz oben
die Aussicht von ganz oben
Gebetsalter auf der Bergspitze
Gebetsaltar auf der Bergspitze

 

Shivanasamudra Falls – Ausflug ins Grüne

Sonntag vor einer Woche haben wir zusammen mit Merle, Philipp (Arbeitskollege von Jan, der bis Januar hier bleibt) und Stephi ( eine weitere Praktikantin aus dem Institut, sie kam eine Woche nach mir an) einen Ausflug zu den Shivanasamudra Falls, den zweitgrößten Wasserfällen Indiens, gemacht. Um 6 Uhr morgens ging es los, denn unser Fahrer meinte zu der Uhrzeit kommen wir am besten ohne Stau durch. Also fuhren wir alle sehr müde los und waren nach ca. 2,5 – 3 Stunden dort. Auf dem Weg dahin wurde es immer schöner, denn es ging hinein in die schöne, wilde Natur und man sah immer weniger Häuser und Menschen. Die Natur war dort wirklich atemberaubend schön, alles war so grün und blühte in seiner Pracht. Angekommen bei den Wasserfällen, wurden wir erst mal wieder von Indern gefragt, ob wir ein Foto mit ihnen machen können. Egal wo wir hinkommen, wir sind immer eine Attraktion. Die Wasserfälle konnte man dann oben von einer Plattform bewundern und dann führte eine steile Steintreppe hinunter in ein Tal, wo uns direkt sehr viele Affen begrüßten. Stephi hat leider den Fehler gemacht, ihre Banane an der offenen Seitentasche im Rucksack zu verstauen und deshalb hing dann plötzlich ein Affe an ihr dran, der die Banane klauen wollte. Sie kämpfte ein wenig mit ihm, aber sie verlor den Kampf und der Affe freute sich über die Banane. Danach waren wir alle sehr vorsichtig mit unseren Sachen und trauten uns kaum, die Kameras rauszuholen. Aber zum Glück war das der einzige Affenübergriff :). Unten im Tal war man direkt am Wasser der Wasserfälle angekommen und dort tummelten sich viele Inder, die ein Bad im Wasser nahmen. Wir sind nur mit den Füßen hineingegangen, aber es war wirklich sehr erfrischend. Denn der Tag war ziemlich heiß, wir hatten strahlenden Sonnenschein und um die 35 Grad im Schatten. Das war fast schon zu heiß, aber in der Nähe des Wassers konnte man es ganz gut aushalten. Natürlich waren wir auch mutig genug uns in eines der wie Nußschalen aussehenden Boote zu setzen und eine kleine Fahrt für umgerechnet 1,20 Euro pro Person über das Wasser zu machen. Es war erst ein Mal ein Akt, in das Boot hineinzukommen, ohne dass es kenterte. Innen drin war es dann auch ziemlich nass, sodass wir alle einen nassen Po bekamen. Aber das störte uns nicht weiter. Der Bootsfahrer mit seinem Ruder in der Hand brachte uns dann einmal direkt (!) an den Wasserfällen vorbei, wo wir alle eine erfrischende Dusche bekamen. Danach machte er eine kleine Runde über den See und brachte uns wieder zurück an Land. Diese Bootstour hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und war ihr Geld absolut wert.

Nach den Wasserfällen sind wir noch durch ein kleines Dorf gefahren, in dem kleine wunderschöne bunte Häuser standen. Ich freue mich hier jedes Mal über die Vielfalt der Bauten und Häuser und dass man hier so viele Farben für sein Heim benutzt. Überzeugt euch selbst von den netten kleinen Häusern auf den Fotos 🙂

Anschließend hat uns unser Fahrer noch zu einem kleinen Restaurant gebracht, wo wir Dosas gegessen haben ( Dosas sind mit Reismehl gebackene,gefüllte  Teigtaschen. Sie sehen ähnlich aus wie Calzone, sind meist mit Kartoffeln, Zwiebeln und anderem Gemüse gefüllt und seeehr lecker:) ). Gegen 15 Uhr waren wir dann wieder zuhause und alle todmüde, Jan und ich sind direkt für zwei Stunden eingeschlafen. Aber der Ausflug hat sich sehr gelohnt und wir freuen uns schon auf viele weitere kommende Ausflüge!

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Sightseeing in Bangalore

Letztes Wochenende haben wir es geschafft, mehr von Bangalore zu sehen, da uns Petrus diesmal wohlgesonnen war und wir strahlenden Sonnenschein hatten. Seit letztem Wochenende scheint die Monsun Zeit nun auch endgültig vorbei zu sein. Wir haben seit letztem Wochenende keinen Regen mehr gehabt und die Sonne scheint jetzt mehr und mehr ( und ist leider auch ziemlich aggressiv, man hält es kaum aus in der Sonne).

So einen heißen Sonnentag hatten wir dann auch am letzten Samstag und haben uns um 11 Uhr aufgemacht. Mit Merle und Palek im Gepäck, sind wir erst zu einem Tempel gefahren ( Dodda Basavana Gudi, auch „Bull temple“ genannt), da hier ein großer Bulle (Nandi Bull) aus Stein in dem Tempel steht, den die Menschen dann anbeten. Er gilt als treuer Begleiter von Shiva, der eine der bekanntesten der vielen Gottheiten Indiens ist. Es war unser erster Besuch in einem Tempel und war somit ziemlich aufregend für uns. Zum Glück hatten wir Palek dabei, denn sie musste uns erst einmal erklären, wie man sich in einem Tempel verhält und wie das Ganze nun gleich ablaufen würde. Bevor man den Tempel betritt, muss man seine Schuhe ausziehen, denn die Schuhe gelten als schmutzig (übrigens zieht auch jeder Inder seine Schuhe aus, bevor er ein Haus/Wohnung betritt). Dann muss man darauf achten, nur im Uhrzeigersinn durch den Tempel zu gehen, man darf diesen Kreis nicht unterbrechen und andersherum gehen. Man kommt, wenn man auf dem Weg zu der Gottheit ist, an einem Mann vorbei, einem sogenannten „Sikh“, eine Art heiliger, der die Menschen im Tempel segnet. Dieser hält einem auf einem Tablett ein kleines Feuer hin, welches sich die Inder mit den Händen zu der Stirn fächern. Danach drückt der Sikh einem Farbe aus Sandelholz an die Stirn, welche dann den bekannten roten Punkt auf der Stirn ergibt. Durch diesen roten Punkt ist man gesegnet vom Sikh, und er zeigt anderen Indern, dass man im Tempel und bei seinem Gebet war. So ganz haben wir die verschiedenen Farben der Punkte noch nicht durchschaut, da muss ich Palek nochmal genauer fragen. Anschließend standen wir dann vor dem Bullen und danach vor einem kleinen Altar, auf dem sich eine Figur von Shiva befand, und Palek hat nochmal gebetet. Als wir den Tempel verließen, ertönte eine laute Glocke, diese bedeutet, dass man in den nächsten sieben Minuten nur an seine Gottheit denken soll und an nichts anderes.
Viele legen dem Sikh auf sein Tablett auch Geldscheine, aber Palek meinte, dass wir es nicht machen sollten, denn warum muss man Geld bezahlen, um an etwas zu glauben? Recht hat sie. Sie hat uns danach erzählt, dass viele Leute auch Essen mitbringen und es vor den Götter-Altaren ablegen. Sie findet dies überhaupt nicht gut, da das Essen ja dann tagelang herumliegt und gammelt. Und ich dachte in diesem Moment, dass ich es ziemlich schlimm finde, dass die Leute, die sowieso schon Armut erleiden und hungern müssen, ihr weniges Essen das sie haben, vor eine Statue ablegen sollen und es dort schlecht wird und Tiere anlockt, der Müll Krankheiten verursacht etc.
Aber Indien ist ein Land der Gegensätze und Widersprüche, das merkt man hier ziemlich schnell.

Nach dem Tempel Besuch sind wir zu einem alten Palast gefahren “ Tipu Palace“. Tipu war ein indischer Sultan, der im 18. Jahrhundert gegen die Briten für sein Land kämpfte. Leider war er erfolglos, aber die Inder ehren diesen Mann natürlich und haben seinen alten Palast stehen gelassen und ein paar Informationstafeln darin aufgehängt. Viel von einem Palast kann man leider nicht mehr erkennen. Er war sicherlich einmal sehr schön und prunkvoll, aber leider wird hier kein Geld für Restaurationen von Denkmälern ausgegeben und daher sieht der Tempel ziemlich alt und abgenutzt aus, man kann die alten Tapeten nur noch teilweise erahnen. Aber immerhin ist die Form noch erhalten und sieht ganz nett aus.

Anschließend fuhren wir weiter in den Lalbagh Park. Dies ist ein riesengroßer botanischer Garten, der wirklich sehr schön war. Viele schöne, sehr alte Bäume sind dort gepflanzt, ein Rosengarten wurde angelegt, ein großer Fluss ist inmitten des Gartens und es klettern viele kleine Affen um einen herum. Dort sind auch immer mal wieder Ausstellungen, diesmal war eine Bonsai Ausstellung neben dem Park, die wir uns auch angesehen haben. Das Highlight des Gartens waren aber wir Deutschen, da wir alle 5 Minuten von Indern gefragt wurden, ob wir ein Foto zusammen machen können. Wir kamen uns vor wie Stars und die Inder waren wie Paparazzi. Das war schon sehr seltsam.
Leider wurde es um die Mittagszeit unerträglich heiß, sodass wir nach dem spazieren durch den Park alle ganz schön müde und angestrengt waren (mit langer Kleidung bei über 30 Grad schwitzt man halt auch schneller) und schließlich sind wir nach ca. zwei Stunden im Park in ein Restaurant gefahren und haben Mittag gegessen (wir waren bei BBQ Nation, einem Restaurant, bei dem man einen Grill in der Mitte des Tisches hat und die Kellner einem laufend leckeren Gemüse und Fleischspieße auf den Grill legen. Sehr lecker!:) ). Jan und ich waren nach dem Essen so müde, dass wir direkt eingeschlafen sind für 1,5 Stunden. Den Rest des Abends haben wir dann gemütlich ausklingen lassen.

Am Sonntag Morgen waren wir bei einer Pooja ( einer Haus-Einweihung) eines Arbeitskollegen von Jan eingeladen. Diese beginnt um 4 Uhr nachts, das war uns jedoch zu früh und so sind wir um 6.30 dorthin gefahren (was immer noch viel zu früh war!). Es war schon sehr interessant, so etwas ein Mal mitzuerleben. Das Ehepaar, welches in die Wohnung einzog, hatte ihre traditionellen Gewänder an ( sie Saree, er ein traditionelles Gewand) und zunächst wurde die Wohnung ausgeräuchert, um die bösen Geister zu vertreiben. Sie hatten eine kleine Pfanne mit Feuer und sind damit durch die Wohnung gegangen. Danach wurde ein kleiner Altar mit dem Bild von einer indischen Gottheit und vielen Blumen drumherum aufgebaut. Das Ehepaar hat sich davor gesetzt und dann kamen zwei Messdiener oder sowas in der Art und haben 1,5 Stunden (!!) auf Sanskrit irgendwelche Segnungen halb gesungen und gesprochen. Dabei musste der Ehemann fast ununterbrochen Blumen auf Ganeshas Altar werfen, zwischendurch auch Reis etc. Auch Essen wurde wieder davor gestellt und geopfert ( Früchte wie Kokosnüsse, Granatäpfel etc.). Für Jan und mich war das sehr befremdlich und gleichzeitig auch interessant. Aber leider haben wir natürlich kein Wort verstanden.
Danach kam dann der schönere Teil: Essen, natürlich. Was wäre eine Einladung in Indien ohne übertrieben viel Essen?:) Also gab es indisches Frühstück, was ihr auf dem Bild sehen könnt. Einiges davon war sehr lecker, aber natürlich wie immer auch ziemlich scharf oder extrem süß. Etwas neutrales dazwischen gibt es meistens nicht, außer trockenes Naan Brot. Und so früh am Morgen schon so deftig zu essen, zudem noch total scharf, ist nichts für mich. Daher habe ich kaum was gegessen und wurde ständig gefragt, ob es mir nicht schmecken würde oder ich nicht doch noch mehr haben möchte. Die Gastfreundschaft ist wirklich unübertrefflich hier, glaube ich.

Nach der Pooja waren wir einen Saree kaufen, den ich gestern für die Hochzeit angezogen habe. Die Bilder davon werden aber im nächsten Beitrag folgen, in dem wir dann auch ausführlicher von der Hochzeit berichten werden.
Dieser Beitrag ist ja jetzt auch lang genug 🙂 Anbei ein paar Bilder vom Sightseeing und von der Pooja.

 

Bull Temple von Außen
Bull Temple von Außen
Bull temple Eingang
Bull temple Eingang
der Bulle im Bull temple
Gottheiten vor dem Tempel
vor dem Tipu Palace
vorm Tipu Palace
vorm Tipu Palace
mit Palek und Merle vorm Tipu Palace
mit Palek und Merle vorm Tipu Palace
Tipu Palace
Tipu Palace
Überreste der Tapete im Tipu Palace
Überreste der Tapete im Tipu Palace
Lalbagh Park
Lalbagh Park

ein sehr alter Baum
ein sehr alter Baum

müde Gesichter

wir beim fotografiert werden von Indern :D
wir beim fotografiert werden von Indern 😀
indisches Frühstück
indisches Frühstück
Altar bei der Pooja
Altar bei der Pooja

Mateo – nette Jungs aus Dresden

Heute möchte ich ein bisschen von meinen letzten Tagen berichten, denn ich habe von Sonntag bis gestern jeden Tag mit der Band „Mateo“ zutun gehabt, die wir begleitet und sie gleichzeitig auch sehr ins Herz geschlossen haben.

Sonntag Abend war ihr erstes Konzert bei uns im Institut, es war ein öffentliches Konzert und es waren ca. 120 Leute dort, hauptsächliche Erwachsene. Die indische Konzertkultur ist anders als bei uns, während wir deutschen meistens etwas Zeit brauchen, um warm zu werden und mitzutanzen, beginnen die Inder – egal welchen Alters – sofort mitzuschreien und wie verrückt zu tanzen 🙂 Anders als bei uns kennen sie auch Zugaben nicht und der Beifall fällt immer nur sehr kurz aus, obwohl sie von den Akteuren sehr angetan zu sein schienen. So war es sehr merkwürdig, dass direkt nach dem Konzert ein kurzer Applaus von 3-5 Sekunden anhielt und dann abrupt abbrach und die Besucher auch sofort gingen.  Dennoch war ihr Gekreische um einiges lauter, als wir es von Konzerten kennen und die Stimmung war sehr gut.

Die 5 Jungs aus Dresden haben wir dann nach dem Konzert näher kennenlernen dürfen, es wurde ein kleiner Empfang mit Essen für sie bei dem Institutsleiter zuhause vorbereitet, bei dem wir dann auch schnell mit den einzelnen Band Mitgliedern ins Gespräch kamen und merkten, dass alle von ihnen sehr nett und bescheiden sind ( es war ihnen sehr unangenehm, dass extra ein Empfang für sie ausgerichtet wurde). Die Jungs sind alle zwischen 22 und 28 Jahre alt, studieren alle und waren sehr sympathisch. Wir haben uns die letzten 3 Tage dann gut kennengelernt, da die Jungs am Montag ebenfalls ein Konzert nur für Schüler in unserem Institut spielten und wir am Dienstag mit der Band zu einer anderen Schule in Bangalore gefahren sind, wo sie ebenfalls ihr Konzert spielten und einen Workshop für ein paar Schüler durchführten.

Meine beiden Kolleginnen, Merle und Palek, waren sich mit mir einig, dass wir uns wie Groupies vorkamen, da wir jeden Tag das Konzert komplett angesehen haben und teilweise schon die Texte mitsingen konnten. Es war auf jeden Fall eine sehr coole Erfahrung, eine Band begleiten zu dürfen und zu sehen, wie z.B. ein Soundcheck abläuft und wie kaputt die Jungs teilweise nach einem Konzert waren. Ich denke auch für die Jungs ist die Reise super interessant gewesen, da sie erst in Pakistan waren, dort ihre Auftritte hatten und dann nach Indien weitergereist sind. Einige von ihnen klagten über Magenprobleme, von denen Jan und ich zum Glück bisher verschont geblieben sind, aber insgesamt haben sie sehr viel von diesen beiden Ländern mitgenommen und wir konnten uns viel darüber austauschen. Da wir jeden Abend auch zusammen Essen waren, war es jedes Mal ein netter Ausklang des Tages und wir lernten die Jungs auf einer persönlicheren Ebene kennen.

Interessant ist nicht nur für die Jungs, sondern auch für uns, wie wichtig Essen in Indien ist. Es hat einen ganz anderen Stellenwert als bei uns in Deutschland, in dem oftmals nur schnell nebenbei etwas gegessen, und nur noch selten mit der ganzen Familie am Tisch gesessen wird. Hier wird Essen richtig zelebriert und den Gastgebern sowie Restaurantbesitzern oder Kellnern ist es unglaublich wichtig, dich angemessen zu bedienen und dich glücklich zu machen. Für uns ist es teilweise befremdlich, dass in einem guten Restaurant 4 Leute um einen herumstehen, und einem das Wasser nachschenken, sobald es leer wird oder dir dein Essen ständig neu auffüllen. Man denkt sich dann jedes Mal “ das kann ich doch selber machen“, aber für den Service ist es enorm wichtig, dass sie diese Aufgabe erfüllen dürfen und du sie nicht dadurch beleidigst, in dem du den Löffel selber nimmst und dir eigenständig nachfüllst.
Als wir in der Schule waren, wurden uns während wir aßen ständig neue Gerichte gebracht und nachgereicht, es war wirklich übertrieben und wir hätten das niemals alles essen können. Aber die Gastfreundlichkeit ist hier einfach eine andere und es macht die Leute hier glücklich zu sehen, dass du ihr Essen isst und annimmst.
Man gewöhnt sich daran, aber merkwürdig ist es manchmal schon. Aber solange wir nicht noch gefüttert werden, kann man es ja akzeptieren 😀

Zurück zum Thema der Band: Gestern morgen haben wir sie dann zum Flughafen gebracht und sie flogen weiter nach Chennai und anschließend noch nach Trivandrum. Am Sonntag fliegen sie dann zurück nach Deutschland und können sich erstmal von diesen stressigen zwei Wochen erholen.

Wenn ihr auf Rock/Pop mit Jazz Einschlägen steht, dann hört doch einfach mal rein in ihre Musik. Auf Youtube findet ihr z.B. ihr aktuelles Lied “ Alles beim Alten“ wenn ihr unter “ Mateo cafe jazz“ sucht ( sie nannten sich früher cafe jazz).  Wenn ihr die Musik mögt, könnt ihr die Band auch unterstützen, denn sie versuchen über Crowdfunding ein neues Album zu produzieren. Auf ihrer Facebook Seite gibt es einen Link zu dem Crowdfunding Projekt. Wir werden sie auf jeden Fall unterstützen, da wir ihre Musik wirklich gut finden ( vor allem das Saxophon hat es mir angetan, ich muss nächstes Jahr dringend damit anfangen es zu lernen!) und die Jungs einfach mögen.

Damit ihr ein paar visuelle Eindrücke bekommt, sind hier ein paar Fotos von den Konzerten, sowie vom Tag an der Schule und vom Abend mit ihnen.

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