Weihnachten und Silvester in Goa – oder auch im Paradies

Ich weiß, es ist viel zu lange her, dass wir etwas geschrieben haben. Aber wir hatten nach dem Neujahr so viel Arbeit und danach direkt Besuch von Jans Papa, sodass wir nicht dazu gekommen sind, unseren Goa Urlaub hochzuladen. Aber jetzt!

Es war wirklich traumhaft: Goa ist unglaublich grün, teilweise kommt man sich wie im Dschungel vor. Und sehr viel RUHE. Eigentlich ist es genau das Gegenteil von Bangalore. Es ist ruhig, man hört kaum hupen, es herrscht relativ wenig Verkehr ( Jan und ich haben uns ein Bike, also einen Motorroller gemietet und sind damit überall hingefahren – und hatten keine Angst!), es ist sauber und das Klima ist anders. Während in Bangalore die Sonne oftmals nicht durchkommt, da entweder Wolken oder der Smog es verhindern und es dadurch relativ „mild“ hier ist, war es in Goa ziemlich heiss. Die Sonne brennt und man kann eigentlich nicht vor 14 Uhr raus (zumindest an den Strand) gehen.

Aber jetzt zu dem, was wir so erlebt haben in Goa: Am ersten Tag unserer 10 Tage Urlaub ( es war der 24.12), sind wir bereits gegen halb neun Uhr morgens im Hotel angekommen und haben erstmal unseren Ort, Betalbatim, erkundet. Es war ein sehr kleiner, verschlafener Ort, in dem es außer unserem Hotel und zwei Restaurants, sowie ein, zwei kleinen „Supermärkten“ (ein Loch in der Wand mit einer sehr begrenzten Auswahl an Lebensmitteln) und ein paar Wohnhäusern nicht viel gab. Aber gerade das war das schöne an dem Ort. Es war sehr ruhig und grün und auch in unserem Hotel war es ziemlich ruhig und das Personal war sehr zuvorkommend und freundlich. Vom unglaublich leckeren Essen muss man gar nicht anfangen, wir haben uns des öfteren Abends aufs Zimmer Essen bringen lassen oder es im Restaurant selber gegessen und es hat wirklich alles ziemlich gut geschmeckt ( im Restaurant saßen wir nicht so oft, da ein DJ fast jeden Abend dort war und ziemlich übertrieben laute Musik abspielte, sodass Jan und ich uns anschreien mussten um kommunizieren zu können). Natürlich haben wir uns dann nach der Erkundung des Ortes gleich den Roller gemietet und sind zum nächstgelegenen Strand gedüst, der ca. 5 Minuten entfernt war. Die Strände in Süd Goa sind traumhaft schön, wobei man hier auch unterscheiden muss. Es gibt den bekannten Colva Beach, an dem ziemlich viel los ist, hier sind lauter Bars und Cafés und laute Musik, viele Wassersportler und unheimlich viele indische Touristen, die am Strand rumstehen und Fotos machen. An diesem Strand waren wir nur ein Mal zum essen, da wir lieber an einem ruhigeren Strand liegen wollten. Wir waren dann fast immer an dem Sunshine Beach / Betalbatim Beach, die näher an unserem Hotel waren und sehr ruhig, sauber und angenehm waren. Hier lagen wir oftmals auf Liegen unter Strohschirmen und haben auch meistens hier zu Mittag gegessen. An den Stränden in Süd Goa sind nämlich grundsätzlich Liegen aufgebaut und hinter ihnen befindet sich meist eine Bar / Restaurant, und man kann sich umsonst auf die Liegen legen bzw. ein Wasser für ein paar Cent bestellen und dann stören einen die Kellner nicht weiter. Es war ziemlich relaxt hier immer mit einem kalten Bier in der Hand in der Sonne zu liegen und dem Meeresrauschen zu lauschen.

An dem Nachmittag lagen wir also relativ lange am Strand und genossen erstmal das Meer und den Strand, ich genoss vor allem die Tatsache, dass ich mich endlich mal dem Wetter entsprechend anziehen konnte und mich deswegen keiner angestarrt hat. Goa ist bekannt für seinen Tourismus und da hier vor allem Russen und Briten ihren Urlaub verbringen, sind alle Einheimischen an die halbnackten, weißen Körper gewöhnt und keiner guckt komisch.
Abends haben wir dann noch vom Strand aus mit der Familie geskypt und ihnen frohe Weihnachten gewünscht, danach fuhren wir zum Hotel zurück und bestellten uns leckeres, indisches Essen auf das Zimmer. Das war unser Heilig Abend.

Am nächsten Tag haben wir erstmal ausgeschlafen, sind dann nach dem Frühstück in den nächstgrößeren Ort Majorda gefahren und haben dort einen richtigen Supermarkt gefunden und uns mit ein paar Snacks und Getränken versorgt. Danach sind wir an den Strand gefahren und haben den halben Tag dort verbracht, danach sind wir noch in einen weiteren Ort in der Nähe ( ca. 20 Minuten mit dem Roller) gefahren, der Benaulim hieß. Der Strand von Benaulim wird von vielen als einer der schönsten Strände Goas angepriesen, also haben wir hier Mittag gegessen und danach noch ein bisschen Zeit am Strand verbracht und waren ein bisschen shoppen ( natürlich ist Goa sehr auf die Touristen ausgerichtet und es gibt an jeder Ecke kleine Shops, die bazarähnlich allen möglichen Kram zu überhöhten Preisen verkaufen).
Abends waren wir in einem Restaurant, dass im Reiseführer als Favorit gekennzeichnet wurde: Martin’s Corner. Es war wirklich sehr gut und wenn mal einer von euch in Betalbatim sein sollte, müsst ihr unbedingt dort essen gehen!

Am 26.12 sind wir nach Old Goa gefahren, die frühere Hauptstadt von Goa. Hier sind viele alte Bauten der Portugiesen vorzufinden, wie z.B. Kathedralen. Leider haben wir uns in der Zeit dorthin verschätzt und dadurch, dass der 2. Weihnachtstag war, gab es eine große Messe dort und wir konnten auch nicht den direkten Weg nehmen sondern mussten einen großen Umweg fahren. So haben wir letztendlich fast 3,5 Stunden gebraucht um dort anzukommen. Und das auf einem Roller! Man kann sich bestimmt vorstellen, dass es nicht gerade bequem ist solange hinten auf nem Roller zu sitzen. Aber dennoch war der lange Weg es wert: wir hatten einen richtigen Road Trip und haben sehr viele kleine Dörfer gesehen und tolle Eindrücke von Süd Goa und der Natur gewonnen. Teilweise war es auch ziemlich abenteuerlich, da wir auf halbfertigen Straßen und  ziemlich steil bergab fahren mussten. Aber Jan hat das gut gemanagt und ich habe mich an ihm festgekrallt:)!
In Old Goa selber waren wir durch die lange Fahrt dann gar nicht mehr so lange, wir haben uns die alten Kirche angesehen und sind ein wenig rumgelaufen, aber dann auch relativ schnell wieder zurückgefahren, da ca. 100.000 oder mehr Leute zu der Messe wollten und alles voller Menschen war!

In Goa leben sehr viele Christen und das merkt man. Es gibt sehr wenige Tempel, dafür an fast jeder Ecke Kirchen und Kapellen. An allen Häusern hingen Weihnachtssterne und sie waren zum Teil sehr kitschig weihnachtlich dekoriert, daher bekamen wir dann ungewollt doch ein paar Weihnachtsgefühle vermittelt. Was besonders schön aussah, waren kleine bis sehr große Krippen, die viele Bewohner und Initiativen vor ihrer Haustür mit Sand oder auch direkt auf einem See groß angelegt hatten und wirklich schön aussahen. Diese Krippen sahen wir sehr oft an Wegesrändern.

Am 27.12 haben wir einen Boattrip von Cavelossim aus, einem Ort der ca. 40 Minuten entfernt von uns war, gemacht. Diese Bootstour begann morgens um 9 Uhr und endete gegen 15 Uhr. Wir starteten auf einem Fluss, dem River Sal, und fuhren dann raus auf das Arabische Meer. Auf dem arabischen Meer konnten wir Delphine sehen, leider war es unglaublich schwer rechtzeitig ein Foto zu machen, bevor sie wieder abtauchten, aber zumindest haben wir auf manchen Bildern die Flossen drauf. Es war echt toll, mal Delphine im offenen Meer zu sehen, und dann noch so viele! Danach drehten wir noch ein paar Runden auf dem Meer und fuhren wieder auf dem Sal River entlang, für ca. 3-4 Stunden. Auch hier gab es eine Menge zu sehen, denn an den Ufern konnte man die Reedereien und Fischfang Betriebe sehen und es gab viele kleine Boote mit Fischfängern um uns herum im Wasser, denen man bei der Arbeit zusehen konnte. Zwischendurch bekamen wir dann noch frischgefangenen Kingfish serviert ( Seeeehr lecker) und die Getränke waren die ganze Zeit umsonst. Dieser Bootsausflug war wirklich sehr schön und wir haben ihn genossen.

Am 29. waren wir dann wieder im Chill-Modus und haben einen ruhigen Strandtag eingelegt, sind Jet Sky gefahren ( der leider auf dem halben Weg keine Batterie mehr hatte und wir auf dem offenen Meer trieben und gerettet werden mussten 😀 ).
Einen Tag drauf waren wir bei einer Gewürzplantage – richtig toll. Hier wurden uns alle in Goa wachsenden Gewürze/ Pflanzen gezeigt : Vanille, Kardamom, Pfeffer, Kokosnüsse, Betelnüsse, Zimt und Ananas. Bestimmt habe ich jetzt irgendetwas vergessen. Jan durfte sogar zwischenzeitlich wie ein Affe auf einen Baum klettern, um die Kokosnüsse zu ernten!
Die Plantage war echt cool und wir haben viel gelernt und gesehen. Es gab dort sogar einen Elefanten und ich durfte helfen, ihn zu waschen und mich auf ihn raufsetzen und dann hat er MICH gewaschen.Aber wie! Ich war klitschnass danach, aber das tat gut bei der Hitze und es war toll, mal einen echten Elefanten anzufassen und zu sehen.

Die Tage danach haben wir relativ viel Zeit am Strand oder mit Ausflügen in kleinere Nebenorte verbracht, wie zB Margao ( größte Stadt bei uns in der Nähe) oder nochmals Benaulim. Wir haben leckeren Fisch am Strand gegessen und uns gesonnt und einfach nur entspannt. Am 31.12 sind wir nach einem leckeren Essen im Hotel abends noch an den Strand gefahren und haben uns Feuerwerke angesehen und noch etwas getrunken. Das war dann auch eher ein ruhiges Silvester, aber es war sehr schön und man feiert ja auch nicht alle Tage in der Wärme abends am Strand Silvester.

Leider mussten wir dann am 2.1 schon zurückreisen und wir waren beide ziemlich traurig darüber. Goa ist auf jeden Fall eine Reise Wert und ich würde dort immer wieder meinen Sommerurlaub verbringen wollen. Man vergisst fast, dass man in Indien ist, wenn man dort ist. Was nicht heißen soll, dass es in den anderen Orten Indiens nicht auch schön ist, aber Goa ist anders. Entspannter, ruhiger – als würde das alte Hippie- Erbe noch immer dort existieren und gelebt werden. Wir sind uns einig, dass wir auf jeden Fall irgendwann wieder nach Goa reisen werden und dann vielleicht auch nochmal den Norden ansehen, der auch ganz anders als der Süden sein soll. Wir sind gespannt :).

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2 Replies to “Weihnachten und Silvester in Goa – oder auch im Paradies”

  1. Na endlich ein neuer Beitrag, das wurde auch Zeit!

    Wenn ich mir den Haufen an Unterlagen für die bevorstehenden Prüfungen so ansehe, wäre ich jetzt auch lieber in Goa 😉

    1. Ja, wir haben etwas geschlampt 🙂
      Aber jetzt kommen Beiträge ohne Ende, der nächste dann ein Reisebericht von Papa 🙂

      Ich hoffe deine Prüfungen laufen alle gut!

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